Zusammenfassung

Die photodynamische Therapie ist eine invasive UV-Lasertherapie, die insbesondere erfolgreich bei hellem und weißem Hautkrebs mit hoher Wirksamkeit eingesetzt wird. Die Therapie geht einher mit einer vorbereitenden Photosensibilisierung kranker Zellen. Schulmedizinisch zugelassen und seit langem in Universitätskliniken angewandt, kann die diese Methode durch die Zulassung von standardisierten Medikamenten und neuer technischer Geräte ambulant und kostenschonend eingesetzt werden.

Details

Die photodynamische Therapie ist eine nicht-invasive, d. h. äußerlich angewandte Behandlungsmethode, die sehr erfolgreich bei hellem und weißem Hautkrebs mit einer Heilungsrate von ca. 80% eingesetzt wird. Schulmedizinisch zugelassen und seit langem in Universitätskliniken angewandt, kann die photodynamische Therapie durch die Zulassung von standardisierten Medikamenten und neuer technischer Geräte mittlerweile auch ambulant und kostenschonend in niedergelassenen Arztpraxen eingesetzt werden.

In der Öffentlichkeit ist der sog. schwarze Hautkrebs (Melanom) zwar deutlich bekannter, aber die meisten Hautkrebserkrankungen stellen die hellen Krebsvarianten sowie die aktinischen Keratosen (Hautkrebs-Vorläufer) und oberflächliche Basaliome dar. Ca. 15% der europäischen Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an hellem oder weißem Hautkrebs, der vor allem durch zu viel Sonneneinstrahlung an exponierten Körperstellen wie Stirn, Nase, Schläfen, Ohren und unbehaarter Kopfhaut auftritt oder überall in der Haut durch chemische Karzinogene (krebserzeugende Stoffe) entstehen kann.

Die photodynamische Therapie stellt hier ein höchst effizientes Verfahren dar, das aufwändige Operationen und damit oft verbundene Gewebetransplantationen überflüssig machen kann. So entstehende Narben und Läsionen sind für den Patienten, vor allem im Gesichtsbereich, auch in kosmetischer Hinsicht belastend und können mit der PDT vermieden werden.

Die Wirkungsweise der photodynamischen Therapie

Das Grundprinzip beruht auf dem Einsatz sog. Photosensibilisatoren. Dies sind Stoffe, die ausschließlich das Tumorgewebe, nicht jedoch die gesunde Haut, gegen Licht sensibilisieren. In der Praxis wird dazu Aminolävulinsäure, eine natürliche Vorstufe des Blutbaustoffs Hämoglobin, eingesetzt, die von den Tumoren selbst in photoaktive Porphyrine umgewandelt werden. Dies sind Blutfarbstoff-Vorläufer, die sich durch die Bestrahlung mit bestimmten Wellenlängen sichtbaren Lichts im Blau- und Rotbereich aktivieren lassen und in einer Sofortreaktion aggressive Sauerstoffradikale bilden, die die selektive Zerstörung des Tumors zur Folge haben. Die Eindringtiefe der Lichtwellen beträgt bei dieser Therapieform einen Zentimeter, so dass Tumoren an der Hautoberfläche wirkungsvoll eliminiert werden können.

 

Der Behandlungsverlauf

Auf das betroffene Tumorgewebe wird Aminolävulinsäure in Form einer Creme oder als Gel aufgetragen. Nach einer Einwirkzeit von ca. drei bis vier Stunden hat der Tumor in der Regel genug Porphyrine gebildet, so dass die notwendige erhöhte lokale Lichtempfindlichkeit erreicht ist, um die Tumorzellen mit hochintensiven Lichtquellen ca. 20 Minuten zu bestrahlen.

Bei den meisten Karzinomen ist eine einzige Behandlung oft ausreichend. Mitunter muss die Behandlung, insbesondere bei großflächigen Tumoren, nochmals wiederholt werden und bei Basaliomen sind ebenfalls meist zwei Therapieeinheiten angezeigt. Während der Bestrahlung und danach können als natürliche Nebenwirkungen (ähnlich wie bei einem Sonnenbrand) Hitzegefühle, Brennen, Rötungen, Schwellungen und damit einhergehendes Schmerzempfinden auftreten, die nach wenigen Tagen abklingen.

Die photodynamische Therapie ist eine klinisch erprobte, schulmedizinisch zugelassene Therapie, die Tumorgewebe regelrecht „elegant“ eliminiert. Darüber hinaus ersetzt sie operative Eingriffe mit langen Rekonvaleszenz-Zeiten und vermindert das Auftreten von Rezidiven (Wiedererscheinen eines Tumors) erheblich: Ca. 85% der behandelten Patienten bleiben auch in den Folgejahren rezidivfrei.